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Ratgeber · Finanzen & Nachlass

Bankkonto im Todesfall — was passiert und was du tun musst

Nach einem Tod ist die Bank oft eine der ersten Stellen, die informiert werden muss. Doch was passiert dann eigentlich mit dem Konto? Wird es komplett gesperrt? Wer darf über das Geld verfügen? Und brauchst du einen Erbschein? Dieser Ratgeber gibt dir einen klaren Überblick über das Bankkonto im Todesfall – für Deutschland, die Schweiz und Österreich.

Aktualisiert: August 2026

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Was passiert mit dem Bankkonto wenn jemand stirbt?

Sobald die Bank vom Tod eines Kontoinhabers erfährt, ändert sich der Status des Kontos. Die Bank erfährt den Tod meist durch Angehörige, das Bestattungsunternehmen oder eine Meldung vom Standesamt. Manchmal liest die Bank auch den Todesanzeigen in der Zeitung. Danach wird das Konto eingeschränkt.

  • Das Konto wird für Verfügungen eingeschränkt – nicht immer komplett gesperrt. Es bedeutet, dass du keine Auszahlungen oder Überweisungen mehr vornehmen kannst.
  • Laufende Lastschriften wie Miete, Strom, Versicherungen oder Abos werden in der Regel weiter ausgeführt.
  • Daueraufträge laufen ebenso weiter, bis sie aktiv gestoppt werden.
  • Barauszahlungen und neue Überweisungen werden von der Bank blockiert, damit das Guthaben geschützt bleibt.
  • Eingehende Zahlungen wie Rente, Gehalt oder Rückzahlungen werden weiter gutgeschrieben.
Wichtig: Die Sperre dient dem Schutz des Nachlasses. Die Bank will sicherstellen, dass nur berechtigte Personen über das Geld verfügen. Das ist lästig, aber völlig normal.

Wie informierst du die Bank?

Du kannst die Bank telefonisch informieren oder persönlich in einer Filiale vorbeigehen. Wenn du die Filiale aufsuchst, nimm am besten die Sterbeurkunde mit. Eine beglaubigte Kopie reicht meist, manchmal verlangt die Bank aber auch das Original. Am Telefon reicht zunächst die Mitteilung des Todes, die offiziellen Unterlagen folgen später.

  • Rufe die Bank an oder gehe persönlich in die Filiale. Sag einfach, dass ein Kontoinhaber verstorben ist und du Angehöriger bist.
  • Bring die Sterbeurkunde mit – Original oder beglaubigte Kopie. Je nach Bank kann auch das Erbenverzeichnis nötig sein.
  • Frage nach den nächsten Schritten: Was passiert jetzt mit dem Konto? Laufen Daueraufträge weiter? Wer kann darüber verfügen?
  • Notiere dir den Namen der Beratungsperson und die Referenznummer des Falls, falls vorhanden.

Viele Banken haben spezielle Abteilungen für Todesfälle und Nachlässe. Ein Termin ist oft sinnvoll, damit du genug Zeit für deine Fragen hast. Nimm wenn möglich jemanden mit, der dir beim Zuhören und Notieren hilft.

Wer darf über das Konto verfügen?

Das hängt davon ab, ob der Verstorbene Vollmachten erteilt hat und ob es sich um ein Einzel- oder Gemeinschaftskonto handelt. Die einfachste Lösung ist eine Kontovollmacht, die ausdrücklich über den Tod hinaus gilt.

  • Mit einer Kontovollmacht über den Tod hinaus ist die bevollmächtigte Person sofort zugriffsberechtigt. Sie kann Rechnungen bezahlen und die Bestattung organisieren.
  • Ohne Vollmacht brauchst du in der Regel einen Erbschein oder ein eröffnetes Testament mit Eröffnungsprotokoll.
  • Ohne Vollmacht und ohne Erbschein kann es Wochen dauern, bis du an das Geld kommst. In dieser Zeit müssen wichtige Rechnungen oft anderweitig bezahlt werden.
  • Bei einem Gemeinschaftskonto mit Oder-Vollmacht kann der überlebende Partner weiterhin allein verfügen. Trotzdem gehört der Anteil der verstorbenen Person dem Nachlass.
Guter Rat: Frage frühzeitig, welche Dokumente die Bank genau braucht. Jede Bank hat leicht unterschiedliche Regeln. Dann sparst du dir spätere Wege.

Gemeinschaftskonto vs. Einzelkonto

Nicht jedes Gemeinschaftskonto funktioniert gleich. Die Art der Verfügungsberechtigung entscheidet darüber, was nach einem Tod passiert. Viele Paare haben ein Oder-Konto, aber es gibt auch Und-Konten.

KontoartWas bedeutet das?Was passiert nach dem Tod?
Oder-Konto (Gemeinschaftskonto)Jeder Inhaber kann allein verfügen.Der überlebende Partner kann weiterhin das Konto nutzen. Der verstorbene Anteil gehört aber dem Nachlass.
Und-KontoBeide Inhaber müssen gemeinsam zustimmen.Nach dem Tod kann allein niemand mehr verfügen. Es wird ein Nachlassdokument benötigt.
EinzelkontoNur der Verstorbene konnte verfügen.Zugang nur mit Vollmacht über den Tod hinaus oder Erbschein.

Wenn du dir unsicher bist, welche Kontoart vorliegt, schau auf dem Kontoauszug oder frag direkt bei der Bank nach. Das ist wichtig, damit du weißt, welche Rechte du hast und welche Dokumente nötig sind.

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Laufende Zahlungen sicherstellen

Auch wenn das Konto eingeschränkt ist, müssen wichtige Zahlungen weiterlaufen. Miete, Strom, Heizung, Versicherungen und Krankenkasse sollten nicht gekündigt oder übersehen werden. Gleichzeitig laufen aber viele Abos und Mitgliedschaften weiter, die nicht mehr nötig sind.

  • Prüfe alle Daueraufträge und Lastschriften auf dem Konto. Wichtige Zahlungen wie Miete und Versicherungen sollten laufen bleiben.
  • Kündige unnötige Zahlungen wie Streaming-Abos, Zeitschriften, Vereinsmitgliedschaften oder Fitness-Verträge.
  • Richte bei Bedarf einen Nachsendeauftrag für die Post ein. So verpasst du keine wichtigen Briefe der Bank oder Versicherung.
  • Dokumentiere jede Zahlung, die du aus dem Nachlass tätigst. Das ist wichtig für die spätere Abrechnung unter den Erben.
In der Wegbegleiter-App findest du eine Übersicht aller Verträge und Kündigungen, die du nach einem Todesfall prüfen solltest. Das hilft, nichts zu vergessen.

Geld für die Bestattung — Zugang zum Konto

Eine der ersten großen Ausgaben nach einem Tod ist die Bestattung. Viele Menschen fragen sich, wie diese bezahlt werden soll, wenn das Konto gesperrt ist. Die gute Nachricht: Die meisten Banken erlauben eine direkte Auszahlung für Bestattungskosten, auch wenn der Erbschein noch nicht vorliegt.

  • Die meisten Banken zahlen Bestattungskosten direkt aus dem Konto des Verstorbenen aus.
  • Dafür brauchst du die Sterbeurkunde und die Rechnung des Bestattungsunternehmens.
  • Auch ohne Erbschein ist das meist möglich, weil die Bank weiß, dass diese Kosten berechtigt sind.
  • Manche Banken zahlen auch Kosten für Grabstätte, Traueranzeigen oder Blumen direkt an den Anbieter.

Wenn die Bank zögert, sprich mit deinem Bestatter. Bestatter sind erfahren darin, diese Zahlungen mit Banken zu klären. Sie wissen, welche Formulare und Nachweise nötig sind.

Unterschiede Schweiz — Deutschland — Österreich

Die rechtlichen Grundlagen für Bankkonten im Todesfall unterscheiden sich zwischen den drei Ländern. Die große Frage ist immer dieselbe: Welches Dokument beweist, dass du berechtigt bist, über das Konto zu verfügen?

LandTypisches NachlassdokumentDauerBesonderheit
DeutschlandErbschein oder notarielles Testament mit Eröffnungsprotokoll2–8 WochenBei kleinen Konten reichen oft Sterbeurkunde und Erbenverzeichnis.
SchweizErbbescheinigung oder Testamentseröffnungsurkunde2–6 WochenKantonal unterschiedlich; Oder-Konto oft weiter nutzbar.
ÖsterreichEinantwortungsbeschluss, vorab Amtsbestätigung3–12 MonateFür dringende Zahlungen gibt es eine vorläufige Amtsbestätigung.

In allen drei Ländern gilt: Wer eine Vollmacht über den Tod hinaus hat, kann schneller handeln. Wer kein solches Dokument hat, muss auf das offizielle Verfahren warten. Deshalb lohnt es sich, solche Vollmachten bereits zu Lebzeiten zu regeln.

Checkliste: Bank im Todesfall

Mit dieser Checkliste behältst du den Überblick über die wichtigsten Schritte rund um das Bankkonto. Nicht alles muss am ersten Tag erledigt werden. Arbeite die Punkte in Ruhe ab.

  • 1. Bank telefonisch oder persönlich über den Tod informieren.
  • 2. Sterbeurkunde und eigenen Ausweis bereithalten.
  • 3. Fragen, welche Dokumente für den Kontozugang nötig sind.
  • 4. Prüfen, ob Kontovollmachten über den Tod hinaus vorliegen.
  • 5. Daueraufträge und Lastschriften durchgehen.
  • 6. Wichtige Zahlungen sicherstellen (Miete, Strom, Versicherung).
  • 7. Unnötige Abos und Mitgliedschaften kündigen.
  • 8. Bestattungskosten über die Bank abrechnen lassen.
  • 9. Erbschein, Testament oder Erbbescheinigung einholen.
  • 10. Konto nach dem Nachlassverfahren auflösen oder umschreiben.

In unseren Vorlagen findest du Musterbriefe für die Bank, die du direkt verwenden kannst:

Häufige Fragen zum Bankkonto im Todesfall

Ja, die Bank sperrt das Konto für Auszahlungen, Überweisungen und Kartenzahlungen, sobald sie vom Tod erfährt. Laufende Daueraufträge und Lastschriften laufen aber meist weiter. Eingehende Zahlungen wie Rente oder Gehalt werden weiter gutgeschrieben. Für die Bestattung kannst du oft trotz Sperre Geld vom Konto abheben, wenn du die Rechnung vorlegst.
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